Abenteuer in Deutschland

Familienauszeit vom Alltag – Warum ein Kurztrip manchmal einfach nur gut tut

„Wir sollten mal wieder wegfahren!“ Mit dieser Idee kam der Räuberpapa vor Kurzem auf mich zu. Mein erster Impuls war, laut „ja“ zu schreien. Schließlich lag unser letzter Kurztrip schon einige Monate zurück. Und mit dem Kuscheljungen waren wir bisher nur an Weihnachten für ein paar Nächte weggefahren. Zu Oma und Opa. Doch dann liefen plötzlich Bilder vor meinem inneren Auge ab. Von den Bergen an Gepäck, die wir würden mitschleppen müssen. Denn ein Baby und ein noch nicht trockenes Kleinkind benötigen ja doch so einiges an Basics. Von den unzähligen Klamottengarnituren ganz zu schweigen, wenn man keine Waschmaschine zur Verfügung hat. Ich dachte daran, welche Wäschberge ich beseitigen müsste, wenn wir erst wieder zurück wären. Und stellte mir vor, wie wir genervt im Restaurant säßen, mit einem schreienden Baby und einem vor Wut tobenden Kleinkind. Oder an einem unbekannten Ort verzweifelt auf der Suche nach einer Wickelmöglichkeit umherirrten, um Schadensbegrenzung bei einer explodierten Windel zu betreiben. „Nee“, dachte ich mir daraufhin. „Das müssen wir uns eigentlich nicht antun. Schließlich ist der Alltag mit zwei kleinen Kindern doch schon anstrengend genug.“

Bergsee.jpgSpontan verreisen: auch das geht mit Kindern
Doch irgendwie ließ mich der Gedanke an eine kleine Auszeit vom Alltag nicht los. Denn auch wenn mir dieses Mal in der Elternzeit alles andere als langweilig ist, so besteht der Alltag doch hauptsächlich aus Routine und Wiederholungen. Und gerade jetzt im Winter, wo wir viel Zeit drinnen verbringen, sehnte ich mich nach einem Tapetenwechsel. Und so buchten wir doch spontan für Ende Januar ein Wochenende im Schnee. Schon wenige Tage später ging es los. Ausgerüstet wie für einen sechsmonatigen Survival-Trip in der Antarktis fuhren wir los. Und kaum waren wir auf der Autobahn, stellte sich bei mir so etwas wie Entspannung ein. Kein Witz! Die Kinder schliefen beide selig auf der Rückbank und ich beobachtete die Landschaft, die an uns vorüberzog. Schweigend und die Ruhe genießend. Und als ich genug davon hatte, unterhielt ich mich ganz entspannt mit dem Räuberpapa. Wie zwei Erwachsene das eben so tun. Ohne von Kindergequassel oder Wutgeheul unterbrochen zu werden. Schön war das!

Ferienwohnung.jpg(Fast) alles wie immer
Als wir in unserer Ferienwohnung ankamen, war es schon dunkel. Wir trugen unsere fünzigtausend mitgebrachten Koffer und Taschen ins Haus, inspizierten unser Domizil für die nächsten zwei Nächte und begannen dann unsere Abendroutine. Abendessen. Umziehen. Zähne putzen. Geschichte lesen und einschlafkuscheln. Alles wie immer. Ein bisschen chaotisch. Ein bisschen nervig, weil dem Räubermädchen wie immer noch 1000 Dinge einfielen, die sie unbedingt noch vor dem Schlafengehen erledigen musste. Und doch fühlte ich mich weniger gestresst, weniger genervt als sonst so manches mal in diesen Situationen. Denn wir waren ja im Urlaub. Und da mahlen die Mühlen eben einfach langsamer. Deshalb hatten wir uns auch für den nächsten Tag nicht allzu viel vorgenommen. Denn wenn wir von unseren bisherigen Urlauben mit Kind eines gelernt haben, dann, dass man vor allem eines nicht tun sollte: sich zu viel vornehmen.

Rauskommen tut gut
Wir starteten also gemütlich in den Tag. Ohne Stress. Ohne Zeitdruck. Denn es gab ja nicht noch fünf Dinge, die wir unbedingt noch schnell nebenbei im Haushalt erledigen wollten. Und den Wochenendeinkauf mussten wir auch nicht mehr machen, weil wir alles, was wir benötigten, schon mitgebracht hatten. Erstaunlicherweise ließ sich das Räubermädchen viel bereitwilliger anziehen als sonst zu Hause. Denn sie wollte ja etwas erleben. Die neue Umgebung erkunden und vor allem den Spielplatz direkt vor unserem Haus testen. So schafften wir es tatsächlich aus dem Haus, weit bevor es schon wieder begann, dunkel zu werden. Etwas, das am Wochenende nicht immer so reibungslos klappt und mich schon viele Nerven gekostet hat. Die Laune war bei allen einen Ticken besser als sonst. Der Kuscheljunge schlief warm eingepackt in der Trage und das Räubermädchen genoss unsere volle Aufmerksamkeit. Und selbst wenn die Laune mal zu kippen drohte, fingen wir uns alle irgendwie wieder. Die Luftveränderung schien uns allen einfach gut zu tun.

SchneeIn der Kürze liegt die… Erholung
Am Abend fielen wir alle glücklich und hundemüde in unsere Betten. Am nächsten Tag stand auch schon wieder die Abreise an. Wir hingen noch ein bisschen in unserem Feriendomizil ab, machten in der Wohnung klar Schiff und dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen. Als wir am späten Nachmittag zu Hause wieder unsere Wohnungstür aufschlossen, hatte ich dennoch das Gefühl, dass diese paar Stunden, die wir nicht zu Hause verbracht hatten, diese intensive Familienzeit, uns so viel gebracht hatten. Neue Energie. Neuen Schwung. Volle Akkus und längere Geduldsfäden. Das merkte ich nicht nur während unserer Auszeit, sondern auch noch in der kommenden Woche. Denn auch wenn uns der Alltagstrott schneller wieder einholte, als uns lieb war, so spürte ich doch, dass ich in vielen Situationen, die mich zuvor sofort zum Explodieren gebracht hatten, wesentlich gelassener reagieren konnte. Und dafür nahm ich gerne die Packaktionen im Vorfeld und die unbezwingbar erscheinenden Wäscheberge, mit denen ich auch nach zwei Wochen noch kämpfe, in Kauf. Auch dem Räubermädchen schien die Auszeit und vor allem die intensive Zeit mit uns Eltern gut getan zu haben. Allerdings freute sie sich am Montag auch wieder sehr auf ihre Kita. Gleich morgens begrüßte sie mich mit den Worten: „Mama, heute möchte ich aber mal keinen Ausflug machen!“ 😉

Wo genau wir waren und was wir dort erlebt haben, erfahrt ihr übrigens nächste Woche.

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