Abenteuer in Europa

Frühling an der Costa de la Luz – Ein Paradies nicht nur für Surfer

IMG_8928.JPGCosta de la Luz – die Küste des Lichts – das klingt doch förmlich nach Urlaub! Bei meinen Recherchen für unseren kleinen Andalusien Road Trip im letzten Frühjahr war ich auf diesen vom Massentourismus noch weitgehend verschonten Teil der spanischen Atlantikküste gestoßen und mir war sofort klar: Da müssen wir hin! Als Familie mit Kleinkind waren wir unter den ganzen Surfern, die diesen Teil Andalusiens hauptsächlich frequentieren, wohl eher Exoten. Aber für uns war es genau das Richtige. Natürlich ist die Atlantikküste im Vergleich zum Mittelmeer deutlich rauer. Aber uns gefielen die kilometerlangen, oft menschenleeren Strände, die Weite, ja, selbst an den mitunter starken Wind gewöhnten wir uns schnell.

PicMonkey Collage.jpgEl Palmar: Kilometerlange Strände und eine gemütliche Casita
Von Sevilla aus ging es für uns mit dem Mietwagen in das kleine Dörfchen El Palmar direkt am Meer. Typisch wir verfuhren wir uns auf dem Weg erst einmal und landeten zunächst in einer Wohnsiedlung in Vejer de la Frontera. Wie sich herausstellte, hatten wir das Navi falsch programmiert. Wir nahmen es mit Humor und erreichten mit einer Stunde Verzögerung endlich El Palmar – und damit auch das Meer. Der Anblick war wunderschön und ich wäre am liebsten sofort aus dem Auto gesprungen, um mich in den Sand zu werfen. Wir waren aber erst einmal mit unserer Vermieterin verabredet. Wir folgten ihr wieder aus dem Ort hinaus und erreichten über einen Feldweg voller Kühe unsere kleine Casita, in der wir die nächsten Tage übernachten würden. Das Häuschen war Teil einer kleinen Anlage aus Unterkünften und schön im Grünen gelegen. Wir luden schnell unsere Sachen aus und machten uns dann wieder auf an den Strand, um die Nachmittagssonne noch ein wenig zu genießen. Der Wind peitschte ordentlich, so dass die feinen Sandkörner sich auf der Haut wie kleine Nadelstiche anfühlten. Da wir aber ohnehin ziemlich hungrig waren, blieb es bei einem kurzen Besuch am Strand und wir nahmen stattdessen in einem der Restaurants auf der gegenüberliegenden Straßenseite Platz. „So fühlt sich Urlaub an“, dachte ich, als ich genüsslich auf meinem Thunfisch-Steak kaute und über das Meer bis zum Horizont hinausblickte.PicMonkey Collage2.jpgBarbate: Erste Stehversuche am Strand und ein Spaziergang im Naturschutzgebiet
Am nächsten Tag fuhren wir ein kleines Stückchen weiter die Küste hinunter in das kleine Städtchen Barbate. Heute war es hin und wieder bewölkt, dafür war der Wind deutlich schwächer, so dass wir uns erst einmal am Stand niederließen. So einen riesigen Sandkasten hatte das Räubermädchen noch nicht gesehen! Sie buddelte begeistert vor sich hin und wagte ihre ersten freien Stehversuche. Bereits am Morgen hatte sie sich an dem niedrigen Fernsehtisch in unserem Ferienhaus getraut, für ein paar Sekunden loszulassen. Nun wurde sie mit dem weichen Sand unter ihrem Popo schon etwas wagemutiger und schaffte es tatsächlich, ein Weilchen frei zu stehen. Wir feierten das natürlich gebührend mit frenetischem Jubel!

PicMonkey Collage3.jpgNach einem kurzen Zwischenstopp in einem der Restaurants an der Strandpromenade fuhren wir wieder ein Stückchen aus der Stadt hinaus. Unser Ziel war der Sendero de Acantilado, ein ca. 7 km langer Wanderweg zwischen Barbate und Los Caños de Meca. Der Weg befindet sich im Parque Natural de la Breña y Marismas de Barbate und bietet einen traumhaften Ausblick über das Meer und die Küste. Mit unserem Buggy kamen wir auf dem Schotterweg nur langsam voran, aber wir hatten ohnehin nicht vor, den gesamten Weg zu wandern, sondern wollten nur ein bisschen dort oben spazieren gehen. Überall am Wegesrand blühten Blumen, unter uns rauschte das Meer. Es war einfach herrlich!

PicMonkey Collage4.jpgCádiz: Verwinkelte Gassen und ein kurzer Schreckmoment
Unser nächster Programmpunkt war ein Tagesausflug nach Cádiz. Wir hatten uns dort nichts Besonderes vorgenommen, sondern schlenderten einfach durch die schöne Altstadt mit ihren verschlungenen Gassen. Unter anderem kamen wir an der Kathedrale vorbei, die sich auf einem großen, von Cafés und Restaurants gesäumten Platz befindet. Kurz darauf erreichten wir das Meer, was in Cádiz keine Kunst ist, denn das komplette Stadtzentrum ist von Wasser umgeben. Wir spazierten an der Küstenmauer entlang, bis wir schließlich zum Playa de la Caleta, dem von zwei Festungen eingerahtmen Stadtstrand, kamen. Wir setzten uns in den warmen Sand und schauten den Wellen zu, während das Räubermädchen ein wenig vor sich hin buddelte.

PicMonkey Collage5.jpgAls wir uns gerade wieder auf den Rückweg machen wollten, passierte etwas, wofür wir Cádiz wohl ewig in Erinnerung behalten werden. Der Räuberpapa war gerade dabei, sich den Sand von der Hose zu klopfen, als wir ein lautes „Klong“ hörten. Sein Ehering war ihm vom Finger gerutscht und im Sand verschwunden! Zu unserem Glück war er zuvor gegen den Buggy geflogen, so dass wir wenigstens einen groben Anhaltspunkt hatten, wo er sein konnte. Dennoch sah es zunächst so aus, als würden wir den Ring nicht wieder finden. Wir suchten alles im möglichen Umkreis ab und wurden doch nicht fündig. In meinem Kopf fing ich schon fieberhaft an zu überlegen, wo wir einen Metalldetektor herbekommen könnten. Es konnte doch nicht sein, dass der Ring, den ich dem Räuberpapa vor gerade mal einem Jahr an den Finger gesteckt hatte, nun unwiderbringlich verlorenn sein sollte. Doch wir hatten Glück! Endlich, nach über einer halben Stunde, stieß der Räuberpapa einen Freudenschrei aus. Er hatte den Ring tatsächlich wieder gefunden. Was für ein Glück!

PicMonkey Collage6.jpgLos Caños de Meca: Wanderung zum Torre del Tajo
Unseren letzten Tag in El Palmar wollten wir noch einmal in der Natur verbringen. Dieses Mal wollten wir den Sentido de Acantilado von der anderen Seite aus bewandern – und zwar nicht mit dem Buggy, das wäre von dieser Seite aus gar nicht möglich gewesen, sondern mit der Manduca. Der Startpunkt in Los Caños de Meca befindet sich direkt oberhalb eines relativ verlassenen Strandes. Wir gingen erst einmal den sandigen Dünenweg hinab und schauten uns dort um. Weit und breit war keine Menschenseele zu sehen. Nur wir, die Felsen, der Sand und das Meer. Auf dem Weg zurück nach oben gerieten wir ganz schön ins Schwitzen, denn in der Sonne war es recht warm. Glücklicherweise kamen wir schnell in einen Schatten spendenden Pinienwald. Auch hier hatten wir immer wieder tolle Ausblicke und der weiche Waldboden war angenehm zum Laufen.

PicMonkey Collage7.jpgNach ca. 1,5 Stunden inklusive einer Pause erreichten wir schließlich unser Ziel: den Torre del Tajo mit seinem schönen Aussichtspunkt. Wir genossen den Blick in die Ferne ein Weilchen und machten uns dann wieder auf den Rückweg, bevor die Mittagssonne in ihrer vollen Stärke herunter brannte. Das Räubermädchen verschlief fast den gesamten Weg zurück in der Manduca, aber auch sie hatte ihren Spaß bei diesem Ausflug gehabt.

Am nächsten Tag ging es für uns dann noch ein Stückchen weiter die Küste hinunter nach Facinas in der Nähe von Tarifa. Der Bericht dazu folgt demnächst.

 

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Ein Kommentar zu „Frühling an der Costa de la Luz – Ein Paradies nicht nur für Surfer

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