Abenteuer in Europa

Städtetrip auf Andalusisch – Mit Kleinkind in Sevilla

img_8324Endlich, endlich bewegen sich die Temperaturen oberhalb des Gefrierpunkts, die Sonne scheint langsam wieder intensiver und mit etwas Fantasie kann man den hoffentlich bald nahenden Frühling schon erahnen. Damit erwacht bei mir auch immer meine Reiselust. Während ich gerade dabei bin, unsere nächsten Urlaubsziele zu planen, denke ich oft an unsere erste Flugreise mit dem Räubermädchen im letzten Frühjahr zurück. Sie führte uns in die andalusische Hauptstadt Sevilla und an die Costa de la Luz. Was wir in Sevilla alles erlebt haben, möchte ich Euch heute erzählen. Der anschließende Roadtrip entlang der Atlantikküste folgt dann in Kürze.

collage1Sonnenschein und eine perfekte Aussicht
Früh Morgens waren wir am Anreisetag zum Frankfurter Flughafen aufgebrochen, der glücklicherweise nur eine 20-minütige S-Bahn-Fahrt von unserem Zuhause entfernt ist. Ihren ersten Flug meisterte das Räubermädchen recht problemlos. Allerdings waren wir froh mit einer knapp Einjährigen nicht länger geflogen zu sein, denn 2,5 Stunden Stillsitzen auf Mamas bzw. Papas Schoß waren das höchste der Gefühle. Sevilla begrüßte uns mit frühlingshaft warmem Wetter und Sonnenschein. Und der erste Eindruck, den wir auf der Busfahrt vom Flughafen in die Innenstadt bekamen, gefiel uns schon einmal sehr. Unsere Ferinwohnung befand sich im mittelalterlichen Judenviertel Barrio de Santa Cruz voller verwinkelter Gassen und kleiner romantischer Häuser. Unser neuer Buggy meisterte den ersten Härtetest auf dem holprigen Kopfsteinpfalster Gott sei Dank mit Bravour. Unsere Ferienwohnung war die erste von vielen positiven Überraschungen, die wir in Sevilla erlebten. In einem schönen alten Gebäude gelegen, war sie innen modern eingerichtet und erstreckte sich über zwei Etagen inklusive kleiner Terrasse und Blick auf die Kathedrale. Perfekt!

collage2Imposante Außenansichten und eine Enttäuschung
Nachdem wir den ersten Nachmittag nur für einen kleinen Spaziergang durch das Viertel und für Lebensmittelbesorgungen genutzt hatten, stand am nächsten Tag Sightseeing auf dem Programm. Zuerst zog es uns zu der wohl berühmtesten Sehenswürdigkeit der Stadt, der imposanten Kathedrale, die nur wenige Gehminuten von unserer Wohnung entfernt lag. Wir hatten schon von den Besuchermassen gehört, die uns dort erwarten sollten – und tatsächlich erstreckte sich eine riesige Schlange um das Gebäude herum. Im gegenüberliegenden Alcázar, dem Festungspalast, sah es nicht besser aus. Daher begnügten wir uns erst einmal mit den Außenansichten und jeder Menge Fotos und beschlossen, erst einmal weiter zu spazieren. Durch schmale Gassen gelangten wir zur Plaza de Doña Elvira, die der Lonely Planet als eines der romantischsten Fleckchen ganz Andalusiens pries. Schön war der Platz tatsächlich und gesäumt von mehreren Restaurants, die uns Appetit machten. Von daher beschlossen wir, uns erst einmal zu stärken. Wir hätten uns eigentlich denken können, dass die Lokalitäten an solch einem frequentierten Ort eher zur Kategorie Abzocke gehörten. Aber es kann ja nicht immer alles toll laufen. Nach dem Genuss eines völlig überteuerten, zu trocken geratenen Lachssteaks mit in Öl ertränktem Gemüse machten wir uns daher schnell vom Acker.

Collage3.jpgParks und Spielplätze so weit das Auge reicht
Da das Räubermädchen bereits lange geduldig in ihrem Buggy gesessen hatte, war es Zeit für sie, sich ein wenig auszutoben. Also suchten wir den Spielplatz in den Jardines de Murillo auf, den wir bereits vom Flughafenbus aus gesehen hatten. Die Spielplätze nicht nur in Sevilla, sondern auch in den anderen Städten, die wir besuchten, waren eines der Dinge, die mir am positivsten auffielen. Sie waren alle sehr sauber und schön gestaltet und an wirklich jeder Ecke war einer zu finden. In Sachen Kinderfreundlichkeit kann sich Deutschland wirklich eine Scheibe davon abschneiden! Nach der Spielpause zog es uns über den Río Guadalquivir zur Feria de Abril, dem großen Frühlingsfest, das gerade stattfand. Allerdings war es dem Räubermädchen dort eindeutig eine Spur zu trubelig und laut, so dass wir schnell wieder das Weite suchten. Einen ruhigen Gegenpol zur Feria fanden wir im Parque de María Luisa mit seinem üppigen Grün inklusive Palmen. Hier durfte sich das Räubermädchen wieder ein bisschen auf einem Spielplatz austoben, bevor wir weiter zur Plaza España zogen. Der Platz besteht aus einem riesigen gebogenen Gebäude mit Brunnen und Minikanälen, die man mit Booten befahren kann. Das Räubermädchen war ganz fasziniert vom Wasser und so schauten wir dem Treiben ein Weilchen zu, bevor wir uns, allmählich kaputt von der vielen Lauferei, auf den Heimweg machten.

Collage4.jpgIMG_8555.JPGEin UNESCO-Weltkulturerbe und Game of Thrones-Drehort
An unserem zweiten Tag in Sevilla beschlossen wir, noch einmal unser Glück bei der Kathedrale zu versuchen. Uns empfing allerdings eine ähnlich lange Schlange wie am Vortag. Gegenüber beim Alcázar, übrigens ein UNESCO-Weltkulturerbe, sah es allerdings deutlich besser aus, weshalb wir beschlossen, uns wenigstens diese Sehenswürdigkeit nicht entgehen zu lassen. Und was soll ich sagen: Ich war wirklich, wirklich beeindruckt! Große Säulenhallen, Patios mit plätscherndem Wasser, prunkvoll geschmückte Wände, alles mit einem unverkennbar orientalischen Einfluss – uns blieb mehr als einmal der Mund offen stehen, als wir durch die verschiedenen Räume schritten. Und der Garten erst! Ein weitläufiges Areal mit Terrassen, Springbrunnen, Teichen und Pavillons. Und nicht zu vergessen einem Pfau, der sich den Besuchern gerne zur Schau stellte. Dem Räubermädchen war das komische Tier nicht ganz geheuer, weshalb wir uns lieber in sicherer Entfernung aufhielten. Viel lustiger fand sie dagegen die quakende Ente, die vergeblich versuchte, die Aufmerksamkeit der Touristen auf sich zu lenken. Das freche Tier griff dabei zu allen Mitteln und zwickte den Räuberpapa in den Allerwertesten, als er gerade kniend ein Foto vom Pfau schoss. Beeindruckend war auch der Blick von den begehbaren Mauern auf den Garten. „Das sieht ja fast aus wie bei Game of Thrones“, rief ich, nicht ahnend, dass dies tatsächlich der Drehort für die Szenen in Dorne war. Welche Überraschungen solch ein mittelalterlicher Palast doch bereitshalten kann!

Collage5.jpgCollage6.jpgLetzte Ausblicke auf die Stadt und ein kulinarischer Höhepunkt
Am Nachmittag  besuchten wir ein weiteres architektonisches „Schmuckstück“ der Stadt – den Metropol Parasol. Von unten gefiel mir der Anblick dieses wellenförmige Waffeldachs auf den pilzähnlichen Pfeilern nicht besonders, aber wir waren hauptsächlich wegen des Ausblicks gekommen. Auf dem Dach befindet sich nämlich ein Panoramaweg, der trotz einiger Stufen auch mit Kinderwagen gut begehbar ist. Wir genossen die vielfältigen Ausblicke auf die Stadt und schossen jede Menge Fotos. Dann war es für das Räubermädchen mal wieder an der Zeit, sich ein wenig auszutoben. Also zogen wir weiter zum Spielplatz an der Plaza de la Alfalfa, den wir vom Supermarkt unseres Vertrauens aus schon gesichtet hatten. Bei der Auswahl eines Restaurants für das Abendessen wollten wir dieses Mal schlauer sein als am Vortag und befragten TripAdvisor. Wir hatten Lust auf Tapas und landeten schließlich im La Bartola, einem kleinen, gemütlichen Lokal, das zu so früher Stunde noch angehem leer war. Bei freundlichem Service schlemmten wir uns durch unfassbar leckere, zugleich aber äußerst preiswerte Tapas. Auch das Räubermädchen probierte fleißig. Was für ein Unterschied zur gestrigen Abzockerbude! Und ein schöner Abschluss für unseren Aufenthalt in Sevilla, denn am nächsten Tag zog es uns weiter an die Costa de la Luz.

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