Abenteuer in Rhein-Main

Kinder, es schneit! – Schlittenfahren auf dem Großen Feldberg

20170106_135221Die erste Woche des Jahres ist um und schon ist der erste Punkte auf unserer Bucket List 2017 abgehakt. Das nenne ich mal einen guten Start ins neue Jahr! Tatsächlich hatte Frau Holle Erbarmen mit uns und uns bereits an Neujahr einige Millimeter Schnee beschert. Das Räubermädchen war ganz aus dem Häuschen angesichts der weißen Pracht. Leider war der Schnee genauso schnell wieder weg wie er gekommen war, worüber das Räubermädchen ziemlich enttäuscht war. „Nochmal (Sch)Nee“ und „Nochmal (sch)neit’s“ tönte es nun täglich aus ihrem Mund. Glücklicherweise lag im nahegelegenen Taunus noch jede Menge Schnee, so dass wir unseren letzten Urlaubstag für einen Ausflug zum Großen Feldberg nutzten. Allerdings verlief dieser doch etwas anders als geplant. Aber der Reihe nach…

Ein Schlitten muss her
Organisiert wie wir sind, mussten wir erst einmal einen Schlitten besorgen. Also schnell noch bei Obi vorbeigedüst und dann ging es los Richtung Taunus. Anfangs zweifelte der Räuberpapa noch daran, ob auf dem Berg auch genügend Schnee zum Schlittenfahren liegen würde, aber seine Zweifel wurden schnell zerstreut. Sobald wir ein paar Höhenmeter zurückgelegt hatten, wurde die Landschaft um uns herum weiß. Und das waren nicht nur ein paar Flöckchen, sondern eine ansehnliche Schneedecke. Wie schön das aussah! Ich fühlte mich sofort total entspannt. Seit ich vor einigen Jahren eine Saison an einem Skilift gearbeitet habe, bin ich sowieso großer Schnee- und Wintersportfan – obwohl ich früher eine totale Frostbeule und Winterhasser war. Mit einem Tag im Schnee kann man mich wirklich glücklich machen. Noch dazu hatten wir totales Glück mit dem Wetter inklusive strahlend blauem Himmel und Sonnenschein. Ok, die -9 Grad hätte es nicht unbedingt gebraucht, aber darauf waren wir zumindest halbwegs vorbereitet.

20170106_142150Erste Herausforderung: Die Parkplatzsuche
Leider waren wir nicht die Einzigen gewesen, die an diesem Tag Lust auf Schlittenfahren hatten, so dass die Suche nach einem Parkplatz der nach der berüchtigten Nadel im Heuhaufen glich. Aber da das Räubermädchen ohnehin gerade ihren Mittagsschlaf hielt, hatten wir keinen Zeitdruck. Nach einigen waghalsigen Rangiermanövern wurden wir schließlich fündig. Inzwischen war auch das Räubermädchen wieder aus ihren Träumen erwacht und staunte nicht schlecht, als alles um sie herum weiß war. „Neeeee!“, rief sie erfreut, wollte aber erst einmal von mir getragen werden. War ihr wohl nicht ganz geheuer, dieser tiefe Schnee. Also stapfte ich mit Kind auf der Hüfte erst einmal an den am Straßenrand geparkten Autos vorbei und versuchte nicht in den Straßengraben zu fallen, was gar nicht so einfach war. Wir kamen dann aber schnell zu einem Weg, der nach oben an die Spitze führte.

20170106_142221Auf den Berg hinauf
Immer wieder brausten laut jauchzende Kinder und auch Erwachsene auf ihren Schlitten an uns vorbei, während wir den kurzen Aufstieg begannen. „Möchtest Du Dich auch mal auf den Schlitten setzen?“, fragte ich das Räubermädchen. „Ja“, antwortete sie freudig und so fuhr sie das allererste mal in ihrem Leben Schlitten. Sie hielt sich prima alleine fest und schien auch Spaß daran zu haben. Nach kurzer Zeit wollte sie aber lieber wieder zurück auf meinen Arm. Mir wurde trotz der eisigen Temperaturen definitiv nicht kalt. Dem Räubermädchen wohl leider schon – trotz Schneeanzug und warmer Unterbekleidung. Sie begann jedenfalls immer mehr zu Jammern und zu Weinen. Vermutlich war ihr auch der ganze Trubel, der auf dem Berg herrschte, etwas zu viel und dann noch der unbekannte Schnee! So hatten wir uns den Ausflug nicht ausgemalt, aber wir hatten die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sie noch ihre Freude daran finden würde.

20170106_153323_richtonehdrJetzt erstmal eine Stärkung
Als wir oben ankamen, war ich zugegebenermaßen ziemlich geschafft. Ich trage das Räubermädchen in letzter Zeit zwar ziemlich häufig durch die Gegend (wir haben gerade eine anhängliche Phase), aber 11,5 kg Lebendgewicht einen Berg hinaufzuschleppen grenz schon fast an Leistungssport. Ich sehnte mich dringend nach einer Stärkung. Glücklicherweise gab es oben neben einem Restaurant, in dem man vermutlich für einen Tisch stundenlang hätte warten müssen, auch zwei Verkaufshütten, an denen man sich mit heißen Getränken und Würstchen eindecken konnte. Genau dies taten wir und das Räubermädchen taute sowohl stimmungs- als auch temperaturmäßig ein wenig auf.

20170106_152345_richtonehdrUnd wieder runter
Nachdem wir uns gestärkt hatten, wollte das Räubermädchen den Spielplatz unsicher machen. Das gefiel ihr super, allerdings bemerkten wir, dass sie allmählich anfing zu zittern. Daher beschlossen wir, uns doch lieber auf den Heimweg zu machen, was leider auf wenig Zustimmung stieß. „Nochmal rutsen“, weinte das Räubermädchen, während ich versuchte ihr begreiflich zu machen, dass es besser wäre, wieder ins warme Auto zurückzukehren. Damit war dann die noch verbliebene gute Laune endgültig dahin. Einmal ließ sie sich auf dem Weg nach unten noch dazu überreden, mit dem Räuberpapa ein Stückchen mit dem Schlitten zu fahren, aber dann wollte sie nur noch getragen werden. Auf der Rückfahrt war sie plötzlich wieder bester Laune, sang und erzählte vor sich hin. Aber da war es natürlich auch schön kuschelig warm. Als wir zu Hause die Tür aufschlossen, rannte sie sofort zum Fenster, schaute nach draußen und rief: „Nochmal Nee!“

P. S.: Der Wunsch wurde übrigens gestern erfüllt. Sie war allerdings nicht dazu zu bewegen, noch einmal Schlitten zu fahren oder überhaupt im Schnee zu spielen. Ich bin gespannt, ob sich das im Laufe der Zeit wieder ändert.

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2 Kommentare zu „Kinder, es schneit! – Schlittenfahren auf dem Großen Feldberg

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