Familienalltag

Kinderfrei – Kleine Auszeiten vom Elternsein

20170102_110929Anfang der Woche haben der Räuberpapa und ich uns etwas Besonderes gegönnt: Einen kinderfreien Vormittag. Während das Räubermädchen in der Kita war, fuhren wir in die Therme. Einfach mal ausspannen, nur wir zwei. „Das würde dem Räubermädchen auch gut gefallen“, sagte der Räuberpapa, als wir ein Elternpaar mit Kind beobachteten, die neben uns im warmen Wasser plantschten. „Irgendwie ist das ganz schön ungewohnt, so ohne Kind“, fügte er etwas nachdenklich hinzu. Da hatte er recht. Nicht ständig das Kind im Blick haben zu müssen, sich in Ruhe zu Zweit unterhalten zu können oder auch einfach einmal die Ruhe zu genießen – das fühlte sich in der Tat erst einmal ungewohnt an. Ungewohnt, aber schön.

Ich gebe zu, während wir uns im Wasser treiben ließen, schweiften meine Gedanken ab und an zum Räubermädchen. Was sie wohl gerade machte? Malte sie im Atelier? Oder tobte sie mit den anderen Kindern im Bewegungsraum? Hoffentlich hatte sie keine Schwierigkeiten, sich nach den Weihnachtsferien wieder in der Kita einzuleben. Gedanken, für die ich während der Arbeit normalerweise keine Zeit habe. Aber auch diese Gedanken zogen irgendwann weiter und ich träumte einfach vor mich hin, während ich unter warmem Infrarot-Licht auf einer Liege lag. Herrlich! Einfach so da zu liegen, ohne ein abenteuerlustiges Kleinkind zu beobachten oder jede Minute damit zu rechnen, dass der Mittagsschlaf beendet ist.

„Das müssen wir echt öfter machen“, sagte ich zum Räuberpapa, als wir tiefenentspannt auf dem Rückweg zur Kita im Auto saßen. „Ja, das sollten wir“, antwortete er. An der Garderobe trafen wir die Mutter von Moritz, die uns gleich fragte, ob wir denn noch Urlaub hätten. „Ja, wir Rabeneltern waren gerade in der Therme“, sagte ich. „Ach was, Rabeneltern! Ihr seid doch gerade das Gegenteil. Ihr tut auch etwas für Euch“, meinte sie. Je mehr ich über diesen Satz nachdachte, desto mehr musste ich ihr Recht geben. Denn ich wusste, dass dieser eine Vormittag, an dem wir uns ganz auf uns konzentrieren und wieder neue Energie tanken konnten, auch dem Räubermädchen zu Gute kommen würde. In Form von entspannten, gut gelaunten Eltern, die nur wenig aus der Ruhe bringen kann. Von diesen paar Stunden würden wir noch lange zehren, da war ich mir sicher.

Als wir hoch in die Gruppe kamen, war das Räubermädchen gerade dabei, mit einigen anderen Kindern zu malen. Sie war ganz konzentriert und bemerkte uns erst gar nicht. Als sie doch irgendwann aufsah, stürmte sie sofort auf uns zu. Ich schloss sie ganz fest in die Arme und drückte sie. So schön so ein Vormittag ohne Kind ist. Das Wiedersehen danach ist noch viel, viel schöner!

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